Das Experiment

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fritzplus ist ein politisch-historisches Experiment mit den Mitteln des Social Webs: Es spiegelt die Epoche Friedrichs des Großen auf den Servern der Gegenwart und tritt so unmittelbar mit dem Preußenkönig und seinen Zeitgenossen in Verbindung.


Der Alte Fritz auf Facebook

Als aufgeklärt denkender und kunstsinniger, aber politisch skrupelloser Monarch, der verlustreiche Eroberungskriege verantwortete, etablierte Friedrich II. Preußen als Großmacht. Dabei war er zeitlebens interessiert an den sozialen und kulturellen Entwicklungen seiner Gegenwart. Er komponierte, lud Naturwissenschaftler und Philosophen ein und äußerte sich zu den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit. Dafür nutzte er die damals verfügbaren Instrumente: Er publizierte in Büchern und Schriften, und er korrespondierte mit Zeitgenossen wie Voltaire und Katharina der Großen.

Was hätte er wohl mit den Möglichkeiten angestellt, die unser Medienzeitalter bietet? Wie hätte Fritzens Facebook-Seite ausgesehen? Hätte er eine solch spannende Gelegenheit, sich seinem Volke unmittelbar mitzuteilen, irgendwelchen Presse-Attachés überlassen?

Wohl kaum. Und deshalb ist sein 300. Geburtstag, der wir 2012 feiern, ein guter Anlass, Friedrich dem Großen seine eigene Facebook-Seite zu schenken.

Der Hintergrund

Social Networks wie beispielsweise Facebook beruhen auf zwei grundlegenden Funktionen:

  • die rasante Verbreitung von Informationen über ein gigantisches Netzwerk verknüpfter Accounts;
  • die Speicherung dieser Informationen für die digitale Ewigkeit.

Allerdings sind diese Informationen oft absolut nichtig. fritzplus nutzt das Soziale Netz, um Wissen von allgemeiner Relevanz zu vermitteln – auf jene spielerisch-beiläufige Weise, die dem Medium eigen ist.

Die Idee

Das Experiment holt nicht nur den Alten Fritz ins soziale Netz, sondern auch möglichst viele seiner Menschen seiner Gegenwart. Die Menschen von damals sollen interagieren – und zwar sowohl untereinander, als auch mit uns, den Menschen von heute. Friedrich der Große und seine Zeitgenossen treten mit uns in einen interhistorischen Dialog.

Die Macher

Realisieren werden dieses Projekt jene, die mit virtuellen Angeboten groß geworden sind: die Digital Natives. Studenten recherchieren die notwendigen Inhalte und zeichnen so die Spuren Friedrichs des Großen in den digitalen Sand, sie erarbeiten Tag für Tag neue Statusmeldungen und Posts. Empirische Sorgfalt ist dabei genauso wichtig wie Phantasie. fritzplus macht die abstrakten historischen Figuren begreifbar, zu echten Charakteren, deren Denken und Handeln wir miterleben und mitfühlen können.

Das Ziel

Durch die Vielzahl an Profilen historischer Köpfe erhebt sich aus dem digitalen Staub ein einzigartiges Monument. Und wir alle, die wir einen Account im Social Web haben, können es adden. Die Mitteilungen von Fritz und Co. erscheinen auf unseren Walls und denen unserer Freunde. Kant und Bach posten uns zu, Voltaire lädt ganz Facebook in seine Anti-Macchiavelli-Gruppe ein und Maria Theresia gefällt das …

So ergänzt lebendige Interpretation die klassischen Geschichtswissenschaft. Die Profile der Zeitzeugen leben, handeln und teilen sich mit. Politische Ereignisse und geschichtliche Daten erscheinen wie selbstverständlich auf unserer Social Wall. Die Inhalte sind interessant, real und relevant. Sie fördern die allgemeine Bildung, weil sie Empathie für die Menschen vergangener Zeiten wecken. Und sie machen die nachwachsende Generation nachhaltig neugierig auf weitere aktuelle Nachrichten aus der Vergangenheit.

friedrich300